REALITÄTSKONSTRUKTION

REALITÄTSKONSTRUKTION fasse ich auch in den paradoxen Kürzeln zusammen: echt falsch oder für die Kunst: gut gelogen.
Magritte hat es auf den Punkt gebracht als er „Dies ist keine Pfeife“ „Ceci n’est pas une pipe.“ malte.

Quelle: Los Angeles County Museum of Art (LACMA)

Quelle: Los Angeles County Museum of Art (LACMA)

Es geht mir darum dieses tief philosophische Thema anschaulich zu machen mit dem was ich kann und was sich – einfach so – bei mir als zeichnerischer Stil eingestellt hat. Ich zeichne mit feinen, kalligraphischen Linien bis hin zur Verdichtung und Überlagerung was einen Schatten der Illusion auf dem Blatt erzeugen kann. Schlitze, Tiefe, Erhabenheit, Strukturen, Erhöhung Gegenständliches als auch Abstraktes. Überwiegend Flachware mit Bleistift 3B in dieser Technik führen zu Illusion. Der Schlusspunkt ist das NICHTS die (Buddhistische) Leere.

Ein Farb-Blatt bestes Büttenpapier mit feinen Kringeln, die aus der Nähe betrachtet Strukturen bilden und aus Distanz gesehen als ruhige, homogene Farbfläche wirken, immer anders je nach Lichteinfall und Betrachtungsabstand.
So ist die Zeichnung selbst Ausdruck meines intuitiven Wissens, meiner Lebens- und Lernerfahrung. Die bedeutungsoffenen leicht wirkenden Linien sind Projektionsflächen, Meditationsraum, Nachdenk-Anker, um sich darin zu verlieren. Die gezeichneten Textilien gehörten zu dem Projekt in Winterthur (2013), sind erkennbare Darstellung, meinen aber das gleiche. Hier fühlt man gleich das kratzige der wollenden Unterhose, Es scheint das die Erinnerung an kratzige Wollunterhosen der Kindheit von der Zeichnung geweckt wird, also der Betrachter zu sich kommt. In der Art dieser Zeichnung liegt das Offene im Erkennbaren.

Mein Glück liegt in den Fingerspitzen, das Körpergefühl was sich einstellt beim tun, graphische Gymnastik. Ich zeichne einfach leidenschaftlich gerne, auf Zetteln, als Notizzettel schreiben (auch eine Art zeichnen) und einfach so in den Skizzenbüchern, die mir sehr wichtig sind. Hier erprobe ich neue Themen, es können sich neue Techniken finden und meine thematischen Schwerpunkte habe ich durch die Festlegung mit selbstgewähltem Titel vorsortiert, also strukturiert.

Was mir noch wichtig ist: ich mag keine Künstler Heldenverehrung. Die wirkliche künstlerische Arbeit liegt darin: im Prozess zu bleiben und daraus sich entwickeln, vertiefen, eine Position, eine Haltung entwickeln.
Begabung ist eine Voraussetzung, aber wie gesagt: das ist noch nicht die Leistung. Es braucht Fingerübungen vielleicht mit Skizzenbücher, und HANDWERK, auch wenn ich dafür „gesteinigt“ werde von der akademischen Lehrmeinung.
Mit anderen Worten: auch Künstler kochen nur mit Wasser, obgleich einige behaupten es sei Weihwasser.

Graphik DenkenStille

Linienvirtuelle Linien

SchriftBildStrukturen

Formen3DMethoden

keineSchrift